LRS oder Dyskalkulie? Teilleistungsstörungen verstehen

Viele Schüler haben Fächer, die ihnen leichter fallen, und andere, in denen sie sich mehr anstrengen müssen. Das gehört zur Schule dazu. Manchmal zeigt sich jedoch, dass bestimmte Schwierigkeiten auch mit viel Üben und zusätzlicher Unterstützung nicht besser werden. Besonders häufig betrifft das das Lesen, Schreiben oder Rechnen.
In solchen Fällen kann eine Teilleistungsstörung wie LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) oder Dyskalkulie (Rechenschwäche) dahinterstecken. Diese Lernbesonderheiten sind keine Frage von Intelligenz oder mangelndem Fleiß – sie haben tiefere Ursachen und brauchen eine gezielte Förderung.
Um ein komplettes Angebot rund um den schulischen Bedarf bereitzustellen, bieten wir neben unserer klassischen Nachhilfe deshalb auch Lerntherapie an, die über das reine Üben von Schulstoff hinausgeht.
Was sind Teilleistungsstörungen?
Von einer Teilleistungsstörung spricht man, wenn ein Kind in einem bestimmten Lernbereich deutlich größere Schwierigkeiten hat als in anderen Bereichen. Manche Kinder lernen beispielsweise Lesen, Schreiben oder Rechnen deutlich langsamer als ihre Mitschüler – selbst dann, wenn sie sich große Mühe geben.
In solchen Fällen kann eine sogenannte Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) oder eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) vorliegen.
Bei LRS haben Kinder Schwierigkeiten, Buchstaben sicher zu erkennen, Laute korrekt zuzuordnen oder Wörter flüssig zu lesen und richtig zu schreiben. Typisch sind zum Beispiel häufige Rechtschreibfehler, das Vertauschen von Buchstaben oder ein sehr stockendes Lesen. Wichtig ist: Diese Schwierigkeiten haben nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Viele betroffene Kinder sind in anderen Bereichen sehr stark – sie brauchen lediglich eine gezielte Unterstützung beim Lesen und Schreiben.
Dyskalkulie betrifft dagegen das Verständnis von Zahlen und Rechenwegen. Kinder mit einer Rechenschwäche haben oft Probleme damit, Mengen einzuschätzen, Rechenoperationen zu verstehen oder sich grundlegende Rechenschritte zu merken. Aufgaben wie Plus- und Minusrechnen fallen auch nach viel Übung schwer, und neue Rechenstrategien werden nur langsam verinnerlicht.
In beiden Fällen gilt: Je früher Unterstützung beginnt, desto besser lassen sich Lernlücken aufholen. Mit gezielter Förderung, klaren Lernstrukturen und viel Übung können Kinder Schritt für Schritt mehr Sicherheit entwickeln – und damit auch wieder mehr Freude am Lernen gewinnen. Aber auch mit Schülern, bei denen wir erst in höheren Klassenstufen mit der Lerntherapie begonnen haben, konnten wir große Fortschritte erzielen.
Wichtig zu wissen: Diese Schwierigkeiten entstehen nicht durch Faulheit oder fehlende Motivation. Viele betroffene Kinder strengen sich besonders stark an und sind trotzdem frustriert, weil der Fortschritt ausbleibt.
Wenn Üben allein nicht ausreicht
In der klassischen Nachhilfe wird meist direkt am Schulstoff gearbeitet. Das hilft den meisten Schülern sehr gut. Bei Teilleistungsstörungen reicht das jedoch oft nicht aus, weil die eigentlichen Schwierigkeiten tiefer liegen:
Man kann sich Lernen wie einen Hausbau vorstellen:
In Kindergarten und Schule wird zunächst ein Fundament gelegt. Auf diesem Fundament bauen sich die Lerninhalte Jahr für Jahr auf. Kleine Lücken lassen sich meist noch gut schließen.
Bei Teilleistungsstörungen ist es jedoch manchmal so, als würde man anfangen zu bauen, obwohl der Boden darunter nicht richtig trägt. Vielleicht ist er zu weich, zu sandig oder uneben. Das Fundament wird trotzdem daraufgesetzt – und mit jeder weiteren Etage wächst die Unsicherheit.
Für die betroffenen Kinder fühlt sich Lernen dann häufig so an:
- Aufgaben dauern deutlich länger
- Fehler passieren immer wieder
- Konzentration fällt schwer
- der Druck und die Angst vor dem Scheitern steigen
Viele fragen sich irgendwann: „Warum können das alle anderen – und ich nicht?“
Was in der Lerntherapie passiert
Genau hier setzt Lerntherapie an. Ziel ist es nicht nur, Aufgaben zu üben, sondern zunächst herauszufinden, warum das Lernen in bestimmten Bereichen nicht funktioniert.
Fachlich bedeutet das oft, dass an sogenannten Vorläuferfertigkeiten gearbeitet wird. Das sind grundlegende Fähigkeiten, die eigentlich schon vorhanden sein sollten, bevor Lesen, Schreiben oder Rechnen richtig gelernt wird.
Dazu können zum Beispiel gehören:
- Wahrnehmung von Lauten und Sprache
- Verständnis von Mengen und Zahlen
- räumliche Orientierung
- grundlegende Lernstrategien
Indem diese Grundlagen gezielt gestärkt werden, kann sich auch der Umgang mit schulischen Aufgaben Schritt für Schritt verbessern.
Mehr als nur Lernen: Auch das Selbstvertrauen stärken
Viele Kinder mit LRS oder Dyskalkulie erleben über längere Zeit Misserfolge in der Schule. Das wirkt sich oft auch auf ihr Selbstbild aus.
Typische Reaktionen können sein:
- Rückzug aus dem Unterricht
- Vermeidung von Aufgaben
- Frust oder auffälliges Verhalten
- große Unsicherheit bei Klassenarbeiten
Ein wichtiger Teil der Lerntherapie besteht deshalb darin, positive Lernerfahrungen zu ermöglichen. Wenn Kinder merken, dass sie Fortschritte machen können, wächst nach und nach auch ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Stärken werden dabei bewusst in den Mittelpunkt gestellt, während gleichzeitig an den bestehenden Schwierigkeiten gearbeitet wird.
Systemische Lerntherapie – Lernen im Zusammenspiel
Unsere Lerntherapie arbeitet nach einem systemischen Ansatz. Das bedeutet, dass das Kind nicht isoliert betrachtet wird, sondern im Zusammenspiel aller Bereiche, die seinen Alltag prägen.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Familie
- Schule
- andere Therapeuten oder Ärzte
- Freizeitbereiche
Die Therapie stützt sich dabei auf drei zentrale Säulen:
- Elternarbeit
Eltern werden in den Prozess einbezogen und erhalten Unterstützung im Umgang mit den Lernschwierigkeiten ihres Kindes. - Therapeutische Arbeit
In Einzel- oder Gruppensettings wird gezielt an den individuellen Schwierigkeiten gearbeitet. - Fachdidaktik
Parallel dazu werden die konkreten Kompetenzen im Lesen, Schreiben oder Rechnen systematisch aufgebaut.
Dieser ganzheitliche Blick hilft dabei, nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen.
Lerntherapie bei Lernsucks
Bei Lernsucks arbeiten zwei ausgebildete Lerntherapeuten mit Schülerinnen und Schülern, die bei LRS oder Dyskalkulie gezielte Unterstützung benötigen.
Die Lerntherapie ergänzt unsere klassische Nachhilfe dort, wo reines Üben nicht mehr ausreicht. Ziel ist es, die Grundlagen des Lernens zu stärken, neue Strategien aufzubauen und Kindern wieder mehr Sicherheit im Schulalltag zu geben.
Wenn ihr Fragen zur Lerntherapie oder zu möglichen Anzeichen von LRS oder Dyskalkulie habt, sprecht uns gern an. Gemeinsam schauen wir, welche Unterstützung sinnvoll sein kann.
euer Lernsucks-Team






